The Specials

Movie Artwork

Bruno leitet nicht nur eine für diese Aufgabe eigentlich gar nicht zugelassene Non-Profit-Organisation, die aktuell um die 40 Kinder mit schwerem Autismus betreut, er kümmert sich darüber hinaus auch noch selbst um inzwischen erwachsene Ex-Patienten, die ihm besonders am Herzen liegen. Einer seiner besten Freunde ist Malik. Der arbeitet für eine vergleichbare Einrichtung als verantwortlicher Erzieher und kümmert sich zugleich auch um die Einarbeitung der jungen neuen Mitarbeiter. Es vergeht kaum ein Tag ohne eine zumindest mittelschwere Katastrophe, aber zugleich gibt es ja auch keine Alternative. Trotzdem hat das zuständige Ministerium eine Kommission ins Leben gerufen, die untersuchen soll, ob man die Einrichtungen von Bruno und seinen Mitstreitern nicht schließen müsste…

Je dringender ein Mensch mit Autismus Fürsorge benötigt, desto höher ist (zumindest in Frankreich, aber wahrscheinlich auch anderswo) die Chance, dass er am Ende ganz ohne Unterstützung allein in seiner Wohnung hockt. Dieser im ersten Moment paradox klingende Umstand hat damit zu tun, dass Einrichtungen besonders versorgungseffektive Patienten oft ablehnen oder weiterreichen, weil sie nicht das nötige Personal haben oder es sich für sie auch finanziell einfach nicht lohnt. In Frankreich hat sich in den vergangenen Jahrzehnten deshalb ein regelrechtes Schattensystem entwickelt, bei dem nicht zertifizierte Einrichtungen sich ausgerechnet um die schwierigsten Fälle kümmern. Die „Ziemlich beste Freunde“-Regisseure Olivier Nakache und Éric Toledano haben mit ihrer auf einer wahren Geschichte basierenden Tragikomödie „The Specials“ nun einen Film über diesen unhaltbaren Zustand gedreht.

Hors normes | FR 2019 | Regie: Eric Toledano, Olivier Nakache | Mit: Vincent Cassel, Reda Kateb, Aloïse Sauvage | ab tba Jahren | 114 Minuten