Nationalstraße

Mit beiläufig schwarzem Humor erzählt dieses tragikomische Drama die Geschichte eines nicht ganz harmlosen Einzelgängers.

DF
Movie Artwork

Vandam lebt in einer Plattenbausiedlung am Rande von Prag. Hier hat er schon seine Kindheit verbracht, hier ist er zu Hause. Vor allem in der Kneipe Severka, wo er von seinen Trinkkumpanen als Nationalheld gefeiert wird, weil er 1989 – zumindest behauptet er das – die Samtene Revolution losgeschlagen hat. Zuschlagen kann Vandam nämlich. Das ist seine Art, sich im Leben durchzusetzen. Aber er hat auch eine andere Seite – eine freundliche, unsichere, verletzliche. Die kommt zum Beispiel immer dann durch, wenn er sich um Lucka bemüht. In die ist er nämlich verliebt: und zwar so sehr, dass er zu (fast) allem bereit ist…

Die Story spielt in Prag, aber Männer wie Vandam und seine Kumpels mit ihrem Hass auf „die da oben“ und auf alle, die sie noch weiter unten wähnen als sich selbst, gibt es vermutlich überall, auch zwischen Kiel, Garmisch und Görlitz. Nach dem gleichnamigen Roman des tschechischen Autors Jaroslav Rudiš entstand ein ironischer, manchmal schmerzhaft realistischer, sehr politischer Film mit einem grandiosen Hauptdarsteller: Hynek Čermák.

»Den Kinobesuch wert.« (programmkino.de)

DE/CZ 2020 | Regie: Stepán Altrichter | Mit: Hynek Cermak, Jan Cina, Katerina Janecková | ab 16 Jahren | 91 Minuten