Die Sehnsucht der Schwestern Gusmão

Hinter der Kulisse der Romanverfilmung scheint der Traum eines von Gerechtigkeit und Diversität bestimmten Brasiliens hervor.

DF
Movie Artwork

Rio de Janeiro in den 1940er Jahren: Die 18-jährige Eurídice und die 20-jährige Guida sind als Schwestern unzertrennlich. Gemeinsam leben sie im Haus ihrer äußerst konservativen Eltern. Obwohl in ihrem Haushalt Traditionen wichtig sind und ihnen durch den von der Gesellschaft vorgezeichneten Weg als Frauen nicht viele Möglichkeiten offen stehen, haben sie aber geheime Träume. Doch dann nimmt die Vertrautheit der Schwester ein jähes Ende. Sie werden getrennt und vom Vater dazu gezwungen, ohne Kontakt zueinander zu leben. Doch unwillig, die Hoffnung auf eine Besserung ihrer Situation aufzugeben, nehmen die zwei Frauen ihr Schicksal selbst in die Hand…

Mitreißendes Melodram über die Emanzipation zweier Frauen im Brasilien der Fünfzigerjahre, das seit seiner Premiere in Cannes 2019 vielfach prämiert wurde. Der im Spiel- und Dokumentarfilm erfahrene Karim Ainouz inszenierte Brasiliens Oscar-Einreichung nach der Romanvorlage von Martha Batalha. Sein Film lebt auch von Leistung und Charisma seiner beiden Hauptdarstellerinnen Carolina Duarte und Julia Stockler und von den Bildern von Kamerafrau Hélène Louvart.

»Ein verdienter Sieg in Cannes!« (filmstarts.de)

A vida invisível de Eurídice Gusmão | BR/DE 2019 | Regie: Karim Aïnouz | Mit: Carolina Duarte, Júlia Stockler, Flávia Gusmão | ab 12 Jahren | 139 Minuten