Die Goldfische

Aberwitzige und emotionale Komödie über einen Investmentbanker, der sich mit einer Behinderten-WG arrangieren muss.

DF
Movie Artwork

Oliver (Tom Schilling) erleidet selbstverschuldet einen schweren Autounfall. Er hat Glück im Unglück und überlebt – er ist jedoch „nur“ querschnittsgelähmt. Drei Monate später befindet er sich in einer Reha-Einrichtung und erfährt von seinem Banker in Zürich, dass ihm die Steuerfahndung im Nacken sitzt und bald sein Schließfach mit mehr als einer Million Euro öffnen und pfänden lassen wird. Oliver hat aber nur wenige Möglichkeiten, an sein Geld zu kommen, bis er auf die grandiose Idee kommt, die Behinderten-Gruppe, deren besseres WLAN er seit einigen Tagen nutzt, zu einer Kameltherapie in die Schweiz einzuladen. Während die anderen auf den Kamelen reiten, könnte er sich doch sein Geld holen und es dann über die Grenze schmuggeln. Aber wie das mit Plänen so ist: Meist laufen sie nicht so ab, wie man sich das vorgestellt hat…

Vor allem Birgit Minichmayr sticht als zynische Alkoholikerin heraus – ihre trockenen, bitterbösen Sprüche treffen trotz ihrer Blindheit mit traumwandlerischer Sicherheit ins Ziel! Auch Luisa Wöllisch (die erste große Kinorolle für die Schauspielerin mit Down-Syndrom) hat ganz wunderbare Momente, denn ihr beschert das Skript einige der besten Szenen. Wenn ihre Franzi einen potenziellen Moment der Erkenntnis, dass es doch zuvorderst auf die inneren Werte ankommt, mit einem jähen „Ich will Glamour!“ unterbricht, ist das eine überzeugende Absage der Autoren an eine mögliche Moralkeule: Wenn kurz darauf die Züricher Edelboutique gestürmt wird, wo dem zuerst abweisend-hochnäsigen Verkäufer schon bald vor Staunen die Kinnlade runterfällt, steht immer der Humor im Vordergrund. Die Moral kommt dann schon ganz von allein.

»Eine angenehm unverklemmte und herrlich chaotische Komödie.« (filmstarts.de)

DE 2019 | Regie: Alireza Golafshan | Mit: Tom Schilling, Jella Haase, Birgit Minichmayr | ab 12 Jahren | 112 Minuten