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Das filmische Vermächtnis des verstorbenen Dokumentarfilmers Michael Glawogger. Mit poetischen, aber auch apokalyptischen Bildern.

Mi 10.01. - So 14.01.
Movie Artwork

»Dieser Film soll ein Bild der Welt entstehen lassen, wie es nur gemacht werden kann, wenn man keinem Thema nachgeht, keine Wertung sucht und kein Ziel verfolgt. Wenn man sich von nichts treiben lässt außer der eigenen Neugier und Intuition.« (Michael Glawogger)

Diese Dokumentation ist ein Reisefilm der unsere Welt, die nie zur Ruhe kommt, zeigt. Eine Reise, die durch den Balkan, Italien, Nordwest- und Westafrika führt, um zu beobachten, zuzuhören und zu erleben – mutig, roh und offen.
Ohne Script und ohne Plan wollte der Regisseur sich treiben lassen. Ein Jahr war geplant, bereits nach 5 Monaten, mitten in den Dreharbeiten, verstarb Glawogger 2014 in Liberia an Malaria. Aus 70 Stunden Material hat nun seine Editorin Monika Willi die Fertigstellung des Films übernommen.
Im Mittelpunkt: Die Bewegung und das Unterwegssein, die Fremde und das Fremde auf der ziellosen Fahrt. Vor allem die Magie der Bilder und das Betrachten, machen den Film zu einem aufregenden Erlebnis. Es ist die Poesie des Zufalls, die in Bann zieht. Ein Hotel, das „Venezia“ heißt, das aber in Montenegro, an der albanischen Grenze, liegt. Eine italienische Geisterstadt, die von ihren Bewohnern wegen den wiederkehrenden Erdbeben verlassen wurde. In Marokko ein kleiner Junge auf einer Müllhalde aus Plastik und in der Wüste Mauretaniens scheint sich selbst die Sonne endlos Zeit zu lassen.
Typische Glawogger-Themen werden sichtbar: Die Globalisierung mit ihren konkreten Folgen, die Müllberge, in denen die Menschen wühlen. Mülltüten, die vom Wind kilometerweit über die Ebene geweht werden und längst selbst zum Müll geworden sind. Kinder, die gemeinsam mit Ziegen riesige Abfallberge nach Verwertbaren durchstöbern. Mit ihnen die Tiere. Und immer wieder Kinder, immer wieder Spiele.
Der Verzicht auf ein übergeordnetes Thema öffnete Glawogger den Raum für alles Interessante, das ihm in den fernen Ländern ständig und zufällig über den Weg lief.
Mal mit scharfen Schnitten, mal sanft und leise montiert Monika Willi aus dem entstandenen Material ein faszinierendes, bildgewaltiges Dokument, das unterlegt ist mit einem starken, aber unaufdringlichen Mix aus Original- und komponierten Tönen. Ein Film des Schönen im Schrecklichen.

 

 

DE/AT 2017 | Regie: Michael Glawogger, Monika Willi | ab 12 Jahren | 107 Minuten
Vorstellungen
Mi, 10.01.
19:00
So, 14.01.
17:00