Kratzer im Lack

Kratzer im Lack

Woher kommt die Unzufriedenheit mancher Arbeitenden mit der IG Metall? Exemplarische Doku für die Konflikte in der Arbeitswelt.

DF
Movie Artwork

Immer noch sind es Gewerkschaften, die für die Rechte der Arbeitenden kämpfen. Die größte und damit einflussreichste weltweit ist die IG Metall. So auch in Stuttgart. Von ihr werden die meisten Arbeiter:innen, unter anderem bei Daimler in Stuttgart, vertreten. Bisher. Doch die IG Metall steht unter Druck, eine neue „Gewerkschaft“, das Zentrum, will diese als Platzhirsch ablösen und erhebt schwere Vorwürfe gegenüber der IG Metall. Das Zentrum sieht sich selbst als Opposition zu Gewerkschaft und im Betriebsrat und wirft der IG Metall vor, nur „der verlängerte Arm des Managements“ zu sein. Zudem produziert das Zentrum professionelle Videos, um bekannter zu werden und Mitglieder zu gewinnen, denn das Ziel ist zu wachsen und die Mehrheitsverhältnisse zu kippen. Medial tritt das Zentrum moderner auf als der traditionelle und teilweise schwerfällige Apparat der IG Metall.

Der Film begleitet Betriebsräte sowohl von der IG Metall als auch vom Zentrum bei ihrer Arbeit, gibt Arbeiter:innen eine Stimme und versucht zu verstehen, wer hier wessen Interessen vertritt. Woher kommt die Unzufriedenheit mancher Arbeiter:innen mit der IG Metall? Konnte das Zentrum tatsächliche Verbesserungen für die Belegschaft durchsetzen, oder sind bisher alles nur große Töne? Obwohl Konzern-Tore für das Drehteam verschlossen blieben und das Zentrum öffentlich-rechtlichen Medien grundsätzlich sehr skeptisch gegenübersteht, ist es der Filmemacherin Anna Stradinger gelungen, den Zuschauer:innen einen tiefen Blick hinter die Kulissen zu gewähren. „Kratzer im Lack – Über die Spaltung der Belegschaft“ steht exemplarisch für viele Konflikte in der Arbeitswelt.

DE 2022 | Regie: Anna Stradinger | ab 0 Jahren | 50 Minuten