Jesus Christ Superstar

Filmversion der erfolgreichen Rockoper: Norman Jewison inszeniert die letzten sieben Tage im Leben Jesu als von einem Song-Zyklus gestaltete Passionsgeschichte.

Movie Artwork
Eine Gruppe junger Reisender hält in Israel an den Ruinen alter, antiker Bauten an. Mitten in der Negev-Wüste beginnen sie, die einzelnen Stationen der letzten Wochen von Jesus Christus (Ted Neeley) nachzuspielen. Jesus hat durch seine Predigten eine Menge Aufmerksamkeit und Zuspruch durch die Bevölkerung erhalten. Dies führt die Regenten jedoch in Bedrängnis, sodass die Taten einer einzelne Person das Land in ein machtpolitisches Spannungsverhältnis stürzen. Auch einer der Jünger Jesus, der skeptische Judas (Carl Anderson), ist zu einem nachdenklichen und zweifelnden Bürger geworden, der von der neuen christlichen Auslegung enttäuscht ist. Er sieht sich im Zwiespalt zu seiner Liebe zu Jesus und seinen eigenen politischen Überzeugungen. Dieses gedankliche Tauziehen mündet in einem Konstrukt aus Verrat, Mord und Selbstmord, die die Geschichte der Welt nachhaltig verändern wird.
Der Akzent liegt auf dem machtpolitischen Spannungsverhältnis, in das Jesus durch den Massenerfolg seiner Predigten gerät. Judas wird als tragische Figur interpretiert: Seine Skepsis und Verzweiflung angesichts der zur Droge gewordenen christlichen Lehre – auf deren sozialrevolutionäre Kraft er hoffte – treibt ihn zu Verrat und Selbstmord. Die brillant fotografierte Inszenierung macht sich mitunter selbst zum Thema, indem sie Starkult und Showbusiness ironisiert, verdrängt diese kritischen Ansätze jedoch durch kunstgewerbliche Musical-Bombastik. Interessant als Dokument der Jugendkultur zu Beginn der 70er Jahre.
US 1972 | Regie: Norman Jewison | Mit: Ted Neeley, Carl Anderson, Yvonne Elliman | engl.OmU | ab 12 Jahren | 107 Minuten