Ein andalusischer Hund & Das goldene Zeitalter

Die provokanten und kompromisslosen Filme revolutionierten das Filmschaffen. Sie gelten bis heute als Meisterwerke der Surrealisten.

Mi 14.10. 20:00 Uhr*
Movie Artwork

Die Surrealisten erobern den Film!

Ein andalusischer Hund:

Eine Wolke nähert sich dem Vollmond. Im nächsten Schnitt bewegt sich ein Rasiermesser auf das Auge einer Frau zu. Das Messer durchschneidet das Auge. In einem dunklen Zimmer steht ein Piano, aus dem der Kadaver eines Esels quillt. Zwei Männer versuchen, dieses Monstrum mit der Hilfe eines Seils zu bewegen. Aus dem Seil wird ein Glockenseil, aus den zwei Männern Priester, die daran hängen. Eine Nahaufnahme zeigt eine sich öffnende Hand, aus deren Fleisch Insekten hervorkriechen.

Die Umsetzung des Surrealismus in Filmsprache. Das gemeinsame Werk von Luis Buñuel und Salvador Dalí ist als Experimentalfilm par excellence in die Geschichte des Mediums eingegangen Ohne genaue Handlung besteht der Film aus mehreren kurzen und surrealistischen Episoden.

Das Goldene Zeitalter:

Drei Prologe zeigen die Eigenheiten des Skorpions, eine in den Kampf ziehende Räuberbande und Skelette von Bischöfen, die nur noch durch ihr Ornat zusammengehalten werden. Es folgt eine Szene über die Grundsteinlegung Roms, die von einem sich im Matsch wälzenden Liebespaar gestört wird. Aufnahmen von Rom und dem Vatikan leiten zu einer Feier im Haus eines Marquis über, während der ein Kind und ein Hausmädchen sterben, was die Anwesenden aber nicht stört. Den Abschluß bilden drei Lustgreise, die ein Schloß verlassen, wobei einer von ihnen in der Maske von Christus zurückkehrt, um ein Mädchen umzubringen.

Buñuels und Dalis letzter gemeinsamer Film verfehlte sein Ziel nicht: er rief eine so große Empörung hervor, daß die Premierengäste das Kino demolierten und die Polizei kurz darauf den Film verbot, sodass er erst 1981 wiederaufgeführt wurde.

Un chien andalou | L’Âge d’Or | 1929 | Regie: Luis Buñuel Salvador Dalí | ab 16 Jahren | 76 Minuten
Vorstellungen
Mi, 14.10.
20:00
Mit Einführung und Filmgespräch im Cineastischen Salon