Die bleierne Zeit

An die Biografien der Schwestern Ensslin angelehntes Drama über zwei auf gegensätzliche Weise politisch aktive Frauen.

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Der Film DIE BLEIERNE ZEIT von Regisseurin Margarethe von Trotta war ihr internationaler Durchbruch. Hierfür wurde sie als erste Filmemacherin mit dem Goldenen Löwen, dem Hauptpreis der Filmfestspiele von Venedig, ausgezeichnet. Den Titel des Films entnahm von Trotta dem Hölderlin-Gedicht „Der Gang aufs Land. An Landauer.“ Die Atmosphäre der Fünfzigerjahre sollte mit diesem Titel charakterisiert werden, nicht die 70er Jahre terroristischer Gewalt.

Die beiden unterschiedlichen Schwestern Marianne und Juliane wachsen im Deutschland der Nachkriegsjahre in einer evangelischen Pfarrersfamilie auf. Ende der sechziger Jahre schlagen die Beiden angesichts wachsender Unzufriedenheit mit der politischen Situation in Deutschland unterschiedliche Wege ein: während Juliane als feministische Journalistin einen schrittweisen Wandel anstrebt, schließt sich Marianne einer Terroristengruppe an. Als sie im Gefängnis landet und in Einzelhaft kommt, hält Juliane den Kontakt mit ihr aufrecht. Umso schwerer trifft sie im Urlaub die Nachricht, dass Marianne im Gefängnis Selbstmord begangen haben soll. Mit der Hilfe von verschachtelten Rückblenden erzählt, weigert sich von Trotta, für eine der beiden Haltungen Position zu beziehen, und stellt stattdessen die Beziehung zwischen den Schwestern in den Vordergrund.

»Eine Mischung aus politisch-theoretischem Planspiel und psychologischem Melodram, das an Hand einer subjektiv beleuchteten Schwesternbeziehung das Problem des politischen Widerstands zu behandeln versucht. Trotz der Parteilichkeit […] ein thematisch wichtiger, diskussionswerter Beitrag zum Problem des Terrorismus.« (Filmdienst)

DE 1981 | Regie: Margarethe von Trotta | Mit: Jutta Lampe, Barbara Sukowa, Rüdiger Vogler | ab 16 Jahren | 107 Minuten