Der flüssige Spiegel

An Wim Wenders erinnerndes Drama über einen Geist, der Leuten ins Jenseits hilft - und sich in eine Sterbliche verliebt.

DF
Movie Artwork

Juste streift fast unbemerkt durch die Straßen von Paris. Menschen die ihn sehen können bittet er ihm eine Erinnerung an ihr Leben zu erzählen, dann hilft er ihnen ins Jenseits. Eines Tages wird Agathe, eine junge Frau auf ihn aufmerksam. Sie sieht Juste und weiß, das muss Guillaumes sein, ihre große Liebe, die vor ein paar Jahren von einem auf den anderen Tag aus ihrem Leben verschwunden ist. Juste weiß, wenn Menschen ihn sehen können, dann muss er sie nach einer Erinnerung fragen und sie danach mit ihrer Erinnerung in die andere Welt begleiten. Dass er in Agathes Erinnerung ist, darauf hat man ihn nicht vorbereitet. Darf er sich in Agathe verlieben? Und wie können sie sich lieben, er ein Geist, der die Menschen bei der Hand nimmt und ein Stück begleitet und sie eine junge Frau, deren Zeit vielleicht gekommen ist?

Regisseur Stéphane Batut entscheidet sich, seinem surreal anmutenden Debüt durch besondere Lichtsetzungen und Farben Expressivität zu verleihen. Poesie und Verträumtheit hingegen werden verstärkt über die Filmmusik, mit Passagen aus Debussys „Nocturnes No. 1“ etwa oder Lang Lang, wie er Rachmaninoff am Klavier interpretiert.

»Dunkel und geheimnisvoll.« (Le Monde)

Vif-argent | FR 2019 | Regie: Stéphane Batut | Mit: Thimotée Robart, Judith Chemla, Saadia Bentaïeb | ab 12 Jahren | 107 Minuten