Berlin - Ecke Schönhauser

Das Jugenddrama aus dem Ost-Berlin der 50er gilt als DEFA-Klassiker. Ein US-Kritiker verglich Hauptdarsteller Ekkehard Schall gar mit James Dean.

Movie Artwork

Unter dem U-Bahn-Bogen Schönhauser Allee treffen sich regelmäßig halbwüchsige Jungen und ein Mädchen. In groben Unfug ausartende Mutproben lassen sie ihren häuslichen Frust über einen betrunkenen Stiefvater, den störenden Liebhaber der Mutter oder erste kriminelle Entgleisungen vorübergehend vergessen. Karl-Heinz zieht Dieter und Kohle in seine dunklen Geschäfte hinein. Nach vermeintlichem Totschlag fliehen die drei Jungen nach Westberlin.

„Berlin Ecke Schönhauser“ gilt als einer der wichtigsten DEFA-Filme der 1950er-Jahre: Regisseur Gerhard Klein und der Drehbuchautor Wolfgang Kohlhaase zeichnen in ihrem Film ein ungeschöntes Bild des Alltags in der DDR. Zu sehen sind zum einen orientierungslos herumlungernde Jugendliche. Zum anderen werden Erwachsene gezeigt, die sich alles andere als erwachsen verhalten: Sie prügeln, gehen fremd, schwärmen für den Westen. Keine der beiden Gruppen entspricht dem Bild, das die DDR gerne vom sozialistischen Menschen zeichnet. Das DDR-Kulturministerium meckerte, verbot den Film aber schlussendlich nicht

DD 1957 | Regie: Gerhard Klein | Mit: Ekkehard Schall, Ilse Pagé, Harry Engel | ab 12 Jahren | 81 Minuten