Bad Luck Banging or Loony Porn

Der neue mit dem Goldenen Bären prämierte Film des Rumänen Radu Jude überzeugt durch reichlich gesellschaftskritische und skurrile Bilder

DF
Movie Artwork

Dummerweise landet das private Pornovideo einer rumänischen Lehrerin (Katia Pascariu) unbeabsichtigt im Internet und stößt den Eltern ihrer Schüler sauer auf, als sie in der Stadt trotz Maske erkannt wird.
Abgelöst wird ihr verzweifeltes Irren durch Bukarest daraufhin durch eine Art filmisches Lexikon in dem 70 Einträge von A wie Armee bis Z wie Zen in kurzem Sequenzen abgehandelt werden. So wird etwa der Begriff „Weihnachten“ mit einer Erschießung von Sinti und Roma im Zweiten Weltkrieg in Verbindung gesetzt, wo die Soldaten angehalten waren, schneller zu morden, damit sie das Fest nicht verpassten.
Schließlich findet im Hof der Schule ein bunt ausgeleuchtetes Tribunal statt. Gesellschaftliche Vertreter von der Kirche, aus dem Militär, aber auch in Form eines Airbus-Mitarbeiters richten über die vorne sitzende Lehrerin.

„Bad Luck Banging or Loony Porn“ zeigt mit dem Finger auf eine geistig verrohte und entgrenzte Gesellschaft, deren Bigotterie er hauptsächlich an rumänischen Entwicklungen festmacht, die aber auch eine Form von Allgemeingültigkeit besitzen.

 

 

Babardeala cu bucluc sau porno balamuc | RO 2021 | Regie: Radu Jude | Mit: Katia Pascariu, Olimpia Malai, Claudia Ieremia | ab 18 Jahren | 106 Minuten