The Wolf of Wall Street

Integrität, Seriosität und Stabilität – das ist der Schein: darunter lauern Gier und Menschenverachtung.

Mi 13.12.
Movie Artwork

Der Film basiert auf dem gleichnamigen Bestseller des Börsenmaklers Jordan Belfort
und spielt im New York der frühen 1990er Jahre. Der ehrgeizige Aktienhändler Jordan Belfort gründet mit Anfang 20 die Maklerfirma „Stratton Oakmont“, mit der er schnell zum Multimillionär aufsteigt und zum Star der New Yorker Börse wird. Bald ist er haupt-sächlich unter seinem neuen Spitznamen „Wolf of Wall Street“ bekannt. Mit seinem Reichtum finanziert er einen ausschweifend geschmacklosen Lebensstil, der von Al-kohol, Drogen, Sex und hedonistischer Dekadenz geprägt ist. Jordans Erfolgsserie scheint nicht zu stoppen zu sein, doch dies lässt ihn übermütig werden. Von unstillba-rer Gier getrieben und von dem Gefühl der Unbesiegbarkeit geblendet lassen er und seine „Wolfsbande“ sich auf illegale Geschäfte ein. Das zieht logischerweise die Auf-merksamkeit der Justiz auf sich und sie schaut aufmerksam hinter die Fassade von Belforts Firmengeflecht. Als das FBI Jordan langsam auf die Schliche kommen, droht sein gesamtes Kartenhaus einzustürzen.
In den Bildern des Films findet sich auch eine Betrachtung der Verführbarkeit der Menschen. Immer wieder lässt Scorsese seinen Film in Zonen des erzählerischen Still-stands geraten, als handle es sich dabei um das windstille Auge eines Orkans: Belfort wendet sich im Stil eines Predigers an seine Leute, um sie zu Höchstleistungen zu mo-tivieren. Er coacht se mit einer Emotionalität, der fast auch der Zuschauer zu erliegen droht. Selbst Gemeinheiten werden von ihm mit einem kalten Grinsen verkauft. Scor-seses Film ist kein Brechtsches Lehrstück. Wenn sich eine Lehre aus „The Wolf of Wall Street“ ableten lässt, dann ist es die, dass Geld vulgär und gewöhnlich macht und so-mit das Gegenteil von Raffinement und Kultur bedeutet. Dialektik eben.

US 2013 | Regie: Martin Scorsese | Mit: Leonardo di Caprio, Jona Hill, Margot Robbie, u.a. | ab 16 Jahren | 179 Minuten
Vorstellungen
Mi, 13.12.
18:30
Mit Filmgespräch