Jane Eyre

„Ein Klassiker für eine neue Generation“ (Rolling Stone) voll Romantik und Tragik nach Charlotte Brontës Romanklassiker.

Fr 22.09.
(DF)
Movie Artwork

Welcher Blick ist es, den Charlotte Brontë mit „Jane Eyre“ auf ihre Gesellschaft wirft, denn unstrittig ist es ein Gesellschaftsroman, den sie zwei Jahre nach dem berühmten „Wuthering Heights“ (1845) ihrer Schwester Emily zunächst unter einem Pseudonym veröffentlicht hat. Eine arme, verstoßene Waise, Jane Eyre, wird als Gouvernante auf Thornfield Hall engagiert, um die uneheliche Tochter des Schlossherrn Edward Rochester, zu erziehen. Dies ist der Blick von unten, der weibliche Blick. Die umgekehrte Perspektive ist die des introvertierten und unzugänglichen Rochester, der das junge Mädchen genau beobachtet, der männliche Blick. Eingebettet wird diese Handlungselement der Kontaktaufnahme und seiner Entwicklung in ein typisches gothic novel – Szenario. Mit diversen Nebenhandlungen aufgelockert, treibt der Plot auf eine Verlobung Rochesters mit Jane Eyre zu, doch dann wird klar, dass Rochesters tobsüchtige kreolische Frau in einem abgetrennten Bereich des Schlosses lebt. Rochester bietet Jane ein heimliches gemeinsames Leben an. Sie flieht, kehrt jedoch später zurück, um das Schloss abgebrannt vorzufinden und Rochester halb erblindet. Hier nun gibt es ein happy ending der moralischen Art, da Rochesters Frau bei dem Brand ums Leben kam. Eine feministische Lesart sieht in der „verrückten“ Kreolin auf dem Dachboden ein Alter Ego zu Jane, der empfindsam-klugen, sich unterordnenden und moralischen Frau, wobei die Kreolin die emanzipierte Personifikation einer Frau ist, die Forderungen stellt, Gewalt anwendet und sexuelle Regungen kennt. Das wird bestraft, und noch auf doppelte Weise – nur durch die Heirat mit Bertha hat Rochester das Geld, sein Schloss zu erhalten. Mit der Heirat verliert in England aber eine Frau ihre Verfügung über ihre Mitgift.

GB 2011 | Regie: Cary Fukunaga | Mit: Mia Wasikowska , Michael Fassbender , Judy Dench , u.a. | ab 12 Jahren | DF | 120 Minuten