Jane Eyre

Der Rolling Stone nennt diese Verfilmung des Romans von Charlotte Brontë nicht umsonst „Ein Klassiker für eine neue Generation“ voll Romantik und Tragik.

Mi 14.06.
(DF)
Movie Artwork

Welcher Blick ist es, den Charlotte Brontë mit „Jane Eyre“ auf ihre Gesellschaft wirft, denn unstrittig ist es ein Gesellschaftsroman, den sie zwei Jahre nach dem berühm-ten „Wuthering Heights“ (1845) ihrer Schwester Emily zunächst unter einem Pseudo-nym veröffentlicht hat. Eine arme, verstoßene Waise, Jane Eyre, wird als Gouvernan-te auf Thornfield Hall engagiert, um die uneheliche Tochter des Schlossherrn Edward Rochester, zu erziehen. Dies ist der Blick von unten, der weibliche Blick. Die umge-kehrte Perspektive ist die des introvertierten und unzugänglichen Rochester, der das junge Mädchen genau beobachtet, der männliche Blick. Eingebettet wird diese Handlungselement der Kontaktaufnahme und seiner Entwicklung in ein typisches gothic novel – Szenario. Mit diversen Nebenhandlungen aufgelockert, treibt der Plot auf eine Verlobung Rochesters mit Jane Eyre zu, doch dann wird klar, dass Roches-ters tobsüchtige kreolische Frau in einem abgetrennten Bereich des Schlosses lebt. Rochester bietet Jane ein heimliches gemeinsames Leben an. Sie flieht, kehrt je-doch später zurück, um das Schloss abgebrannt vorzufinden und Rochester halb erblindet. Hier nun gibt es ein happy ending der moralischen Art, da Rochesters Frau bei dem Brand ums Leben kam. Eine feministische Lesart sieht in der „verrückten“ Kreolin auf dem Dachboden ein Alter Ego zu Jane, der empfindsam-klugen, sich unterordnenden und moralischen Frau, wobei die Kreolin die emanzipierte Personi-fikation einer Frau ist, die Forderungen stellt, Gewalt anwendet und sexuelle Regung-en kennt. Das wird bestraft, und noch auf doppelte Weise – nur durch die Heirat mit Bertha hat Rochester das Geld, sein Schloss zu erhalten. Mit der Heirat verliert in Eng-land aber eine Frau ihre Verfügung über ihre Mitgift.

JANE EYRE | Großbritanien 2011 | Regie: Cary Fukunaga | Mit: Mia Wasikowska , Michael Fassbender , Judy Dench , u.a. | ab 12 Jahren | DF | 120 Minuten
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