Über die Unendlichkeit

Essayistischer Filmentwurf, angelegt als eine Reflektion über das menschliche Leben in all seiner Schönheit sowie Grausamkeit.

Movie Artwork

Ein Priester verliert seinen Glauben, aber sein Arzt muss den Bus noch erwischen, weshalb er den gottlosen Patienten mit der Hilfe seiner Sprechstundenhilfe ziemlich unsanft wieder aus der Praxis befördert. Ein Mann sitzt in einem voll besetzten Bus und weint, weil er nicht weiß, was er will – die anderen Fahrgäste diskutieren, ob man das denn dürfe, so in der Öffentlichkeit traurig sein, oder ob man das nicht doch lieber in den eigenen vier Wänden tun sollte. Ein Mann schläft schlecht, weil er Banken nicht traut und deshalb alle Habseligkeiten in seiner Matratze verbirgt. Ein Kellner verschüttet Wein, weil er gerade nicht aufpasst. Und ein Paar schwebt engelsgleich in den Wolken über den Ruinen des im Zweiten Weltkrieg zerstörten Köln…

Wie von seinen vorigen Filmen bereits gewohnt, verzichtet der schwedische Regisseur auf konventionelle Narrative. ÜBER DIE UNENDLICHKEIT ist eher eine Annäherung, ein Anreihen von Vignetten, die sich wie ein Filmessay lesen, mit einem großen Ziel: Reflektion über das menschliche Sein.

»Nur wenige zeitgenössische Regisseure haben eine so unverwechselbare Handschrift wie der Schwede Roy Andersson.« (programmkino.de)

Om det oändliga | SE 2019 | Regie: Roy Andersson | Mit: Mariusz Sus, Lisa Blohm, Pär Fredriksson | ab 0 Jahren | 78 Minuten