Kurzfilmprogramm: 1968 – Rote Fahnen für alle

Sieben Kurzfilme aus der Zeit und über die Zeit um 1968. Sieben verschiedene Perspektiven auf eine Gesellschaft im Umbruch.

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Berlinale Shorts Sonderprogramm 2018

Das Programm bildet formal und inhaltlich eine Gesellschaft ab, die kurz vor dem Absprung war. Künstler, Arbeiter, Studenten. Familien, die ihre Kinder in Fundevogel mitlaufen lassen. Ula Stöckl fragt: Was hätte ich gemacht – damals, als Antigone vor den Thron trat – was hätte ich gemacht im Faschismus. Keine Wertung der Anderen, aber für sich selber Ausgangsfrage für eine Vita Activa.

Die Filme:

FARBTEST ROTE FAHNE | DE 1968 | Regie: Gerd Conradt | 12 Minuten

Eine rote Fahne wird im Staffellauf durch Berlin getragen, durch die verkehrsreichen Straßen der Stadt.

PROGRAMMHINWEISE | DE 1970 | Regie: Christiane Gehner | 10 Minuten

„Eine zielgerichtete Fernsehansage für alle Mädchen im Alter von 18 bis 25 Jahren aus der Klasse der mittleren Bourgeoisie […] ein Versuch, die Probleme der Mädchen ihrer sozialen Schicht in Bezug auf Emanzipation aufzuzeigen und für andere Mädchen relevant zu machen.“ (Hamburger Filmschau, 1970)

FUNDEVOGEL | DE 1967 | Regie: Claudia von Alemann | 22 Minuten

Bruchstücke von Märchen wechseln ab mit Beobachtungen von Kindern. Dokumentarische und inszenierte Sequenzen verbinden sich miteinander. Kein Bruch und kein Gegensatz besteht zwischen der Realität, der Verhaltensweise der Kinder und der Imagination, sie gehen ineinander über.

IM RUHRGEBIET | SE 1964 | Regie: Peter Nestler | 14 Minuten

Realität des Ruhrgebiets, Realität des deutschen Kommunismus, Realität des Filmemachers Nestler, den wir alle aus dem Land getrieben haben.

MY NAME IS OONA | US 1969 | Regie: Gunvor Nelson | 10 Minuten

„Oona“ bedeutet: die Einzigartige, die Feenkönigin. Sie ist die Tochter der Filmemacherin Gunvor Nelson, die in My Name is Oona ihre Tochter beim Spielen beobachtet und damit auch ein Stück weit ihre eigene Kindheit reflektiert.

NA UND? | DE 1966 | Regie: Helmut Herbst, Marquard Bohm | 33 Minuten

Hamburg 1966. Anpassung an die Verhältnisse ist das A und O der bundesrepublikanischen Nachkriegsrealität. Es ächzt im Gebälk. Die Diskrepanz zwischen den Generationen ist nicht einzuholen. Die Vorboten der Revolution kommen um die Ecke.

ANTIGONE | DE 1965 | Regie: Ula Stöckl | 9 Minuten

Ein klassischer Stoff wird auf seine reinen Handlungsmomente reduziert, ein Drama in neun Minuten: Im Krieg gegen Kreon kämpft ein Bruder Antigones für den König, einer gegen ihn, beide sterben.

Regie: diverse | Mit: diverse | ab tba Jahren | 110 Minuten