Eldorado

Das einzige Gold, das die hier porträtierten Flüchtlinge in Europa zu sehen bekommen, ist das der Wärmefolie.

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Dokumentarfilmer Markus Imhoof („Das Boot ist voll“, „More than Honey“) erzählt von seiner italienischen Pflegeschwester Giovanna, die seine Familie im Zweiten Weltkrieg bei sich aufnahm. Die Schweiz nahm damals nur eine bestimmte Anzahl an Kindern auf und sie mussten auch wieder zurück. Imhoof zeigt Parallelen wie diese zwischen heute und damals auf, bis hin zu absurden Details, dass damals wie heute den Flüchtlingen Nummern auf die Kleidung geheftet werden.

An anderer Stelle filmt er auf einem italienischen Schiff der Mare Nostrum Mission und zeigt die Rettungsaktion, die wie eine militärische Operation abläuft. 1500 erschöpfte Menschen, auf engstem Raum untergebracht, wohnen einer Messe bei, die die Schiffscrew feiert. Als nächstes sieht man ein Lager für Geflüchtete in Italien und eine Siedlung, in der illegale Arbeiter in der Landwirtschaft schuften. Flüchtlinge, Rückkehrer und Offizielle kommen zu Wort in dieser sachlichen und dadurch erschütternden Bestandsaufnahme.

»So klar, deutlich und unumwunden wie selten zeigt der Schweizer Filmemacher Markus Imhoof mafiöse, unmenschliche, unverantwortliche Strukturen auf. […] Eldorado ist ein dringlicher, zutiefst humanistischer Appell.« (Filmdienst)

CH/DE 2018 | Regie: Markus Imhoof | ab 6 Jahren | 95 Minuten