Das war die Preisverleihung 2022
Ausverkaufter Saal – großer Andrang auf dem roten Teppich.
Nicht nur vor den Toren des Kommunalen Kinos bei Cocktails, Sekt, Popcorn und leckeren Häppchen des Enchiladas war viel los, sondern beim ersten Teil der Preisverleihung des Jugendfilmpreises war die Veranstaltung mit knapp 140 Personen restlos ausgebucht. Für die Zuschauer, die keinen Platz mehr im Saal ergattern konnten, wurde ein Livestream ins Foyer des Kommunalen Kinos eingerichtet. Zahlreiche Familienmitglieder der teilnehmenden Kindern und Jugendlichen ließen sich das Event nicht entgehen, bei dem die Kinder stolz ihre Filme und deren Entstehung dem Publikum präsentierten. Nicht nur aus Pforzheim waren die Zuschauer angereist, auch aus dem Großraum Stuttgart kamen Jungfilmer mit ihren Familien.
19 Kurzfilme wurden im Rahmen des 8. Pforzheimer Kurzfilmwettbewerbs Selbstgedrehte vergangenen Freitag im kommunalen Kino auf der großen Leinwand gezeigt. Durch den Abend führte die Projektleiterin Britt Abrecht selbst und bot mit ihren Fragen an die angereisten Filmschaffenden einen spannenden Blick hinter die Kulissen. Während 9 Filme um den Jugendfilmpreis konkurrierten, waren im Pforzheimer Wettbewerb diese Jahr nur 3 Filme am Start. Im Offene Wettbewerb, bei welchem Filme ohne Pforzheimer Bezug eingereicht werden können, kämpften 7 Filme um die vorderen Plätze. Die Fachjury bestand aus Prof. Dr. Evelyn Echle (Professorin für Kultur- und Medientheorie an der Hochschule Pforzheim), Silke Harten-Preiss (Projektbetreuerin Regie szenisch und dokumentarisch an der Filmakademie Baden-Württemberg), Dorothea Förster (Schauspielerin für Film und Theater aus Stuttgart), Matthias Dettinger (Filmemacher, Regisseur und Producer aus Pforzheim) und Finn-Gabriel Weidl (Schüler und Schauspieler am Stadttheater Pforzheim). Die Jury lieferte sich bei den vielseitigen Einreichungen eine hitzige Diskussion und prämierte am Ende folgende Filme:
Für den ersten Platz des Jugendfilmpreises wurde der Film RESPEKT – BITTE der beiden Jugendgruppen des Kommunalen Kinos (Teenstars und Kinderkinomacher) in Zusammenarbeit mit Teilnehmer:innen aus der Kinderspielstadt Puzzleheim ausgezeichnet. In verschiedenen Kapiteln wurden Themen wie Stereotypen, Rassismus, Menschen mit Behinderung, Religion und Frieden erörtert und in kleinen Szenen dargestellt. Den zweiten Platz und gleichzeitig den Publikumspreis sicherten sich die jungen Teilnehmer:innen der Hector-Kinderakademie Marbach mit dem Film DIE HAND, bei welchem es um die Ausgrenzung und Unsichtbarkeit einer Mitschülerin geht. Mit dem dritten Platz wurde der Film JOHANNES REUCHLIN KANN STOLZ SEIN der Pforzheimer Partnerstadt Osijek in Kroatien ausgezeichnet.
Mit dem „bronzenen Dicken“ ging der erste Platz des Pforzheimer Wettbewerbs an den Film THE RETURN OF REUCHLIN von Jannis Kania, der mit viel Humor und Spezialeffekten das recht trockene Thema „Johannes Reuchlin“ unterhaltsam aufarbeitet. Den zweiten Platz und den Publikumspreis sicherte sich Julius Birk mit TRAUM EINES ROBOTERS, ein Film über einen kleinen Roboter, dessen Traum zum Alptraum wird, und gleichzeitig Kritik am Kapitalismus übt. Eine Gruppe von ukrainischen Jugendlichen vom Jugendmigrationsdienst Pforzheim wurden für ihren Film MY LITTLE SECRET mit dem dritten Platz ausgezeichnet. In ihrer Geschichte stellen sie die Relevanz der Werte Respekt und Toleranz im Zusammenhang mit Homophobie in den Vordergrund.
Der „silberne Dicke“ und somit Platz eins der offenen Kategorie ging an MATAPACOS von Karla Ribartsch und Lion Durst, die mit ihrem Animationsfilm auf die Aufstände in Chile anspielen und die wahre Geschichte des Straßenhundes Negro Matapacos aufgreifen. Platz zwei belegte der auf Super-16 gedrehte Dokumentarfilm AUTUMN IN SUMMER von Jonathan Brunner, der die Arbeitssituation in einem kleinen Dorf in Bosnien und Herzegowina aufgreift und den Zwang für die Arbeitssuche das Land zu verlassen thematisiert. Mit dem dritten Platz wurde der Film NIEMALS NACKT von Vera M. Schmidt und Paula Meier ausgezeichnet, der das Thema Körperscham auf humorvolle Weise beleuchtet. Eine lobende Erwähnung ging an die Dokumentation DER STÄNDIGE KAMPF GEGEN DIE ENTROPIE von Kevin Koch, der eine Gruppe von Leuten bei ihrer Arbeit begleitet, wie sie bekannte Filme neu interpretieren und selbst nachspielen.
Die Gewinner der erwachsenen Kategorien dürfen nicht nur mit ihren Filmen zu den Festivals der Pforzheimer Partnerstädte Saint Maur (Frankreich) und Tschenstochau (Polen) reisen, sondern auch mit jeweils zwei Festivalpässen an der 28. Filmschau Baden-Württemberg teilnehmen.
An dieser Stelle möchten wir uns noch mal herzlich für die Unterstützung unserer Sponsoren, Unterstützer:innen und Helfer:innen bedanken, ohne die der Wettbewerb und das Finale nicht realisierbar gewesen wäre – und freuen uns auf nächstes Mal!
Das Jahr 2022 steht ganz im Zeichen des großen Humanisten Johannes Reuchlin unter dem Leitsatz „Erkundet das Fremde, zerstört es nicht.“ Zum 500. Todestag von Johannes Reuchlin soll es sich dieses Jahr bei den Selbstgedrehten um die Werte drehen, die der Philosoph während seiner Lebzeit vertreten und vorangetrieben hat: Respekt und Toleranz. Die eingereichten Filme sollen sich mit Reuchlin und/oder seinen Werten befassen und wir freuen uns auf Eure kreativen Interpretationen dieser Themen.
Archiv: Selbstgedrehte 2021

Schlossberg 20 | 75175 Pforzheim

